Die KV Schleswig-Holstein hat mit Partnern das Modell für einen Wahltarif kreiert, der die Einzelleistungsvergütung verspricht.
BERLIN.
Mehr Zeit für Patienten, Einzelleistungsvergütung und weniger Bürokratie lautet das Versprechen: Ärzte, Privatversicherer und möglicherweise sogar gesetzliche Krankenkassen stehen einem vom Kieler Institut für Mikrodatenanalyse (IfMDA) gemeinsam mit der KV Schleswig-Holstein und dem Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen entwickelten Versorgungsmodell aufgeschlossen gegenüber.
Beim am Montagabend in Berlin vorgestellten "Gesundheitskonto mit Solidargutschrift" handelt es sich um einen Wahltarif, der gesetzlich Versicherten mehr Eigenverantwortung überträgt
Für jeden freiwillig teilnehmenden Versicherten ermitteln Krankenkasse und KV in einem ersten Schritt die durchschnittlichen Behandlungskosten. Für gesunde Menschen ist dies weniger als für chronisch Kranke. Zehn Prozent dieses Betrages erhält der Versicherte als Solidargutschrift auf ein persönliches Gesundheitskonto.
Bei jedem Arztbesuch würden dem Versicherten zehn Prozent der Behandlungskosten von seinem Gesundheitskonto abgebucht, erläuterte IfMDA-Chef Dr. Thomas Drabinski. Die restlichen 90 Prozent überweist die Krankenkasse über die implizite Kostenerstattung an die KV.
Der Patient wiederum erhält von der KV einen Beleg über die von seinem Arzt erbrachten Leistungen. Erst wenn das Guthaben auf dem Gesundheitskonto aufgebraucht sei, der Versicherte aber weiterhin zum Arzt gehe, müsse er sich aus eigener Tasche mit zehn Prozent an den Behandlungskosten beteiligen, allerdings gedeckelt auf ein Prozent seines Einkommens. Bleibt etwas übrig, kann sich der Versicherte das Ersparte ins nächste Jahr vortragen oder auszahlen lassen.
"Das Versorgungsmodell macht Schluss mit einer pauschalierten Vergütung", sagte Dr. Ingeborg Kreuz, Vorstandsvorsitzende der KV Schleswig-Holstein. Die Einzelleistungsvergütung nach der GOÄ mache den Arztberuf auch auf dem Land wieder attraktiver.
Regional und nach Facharztgruppen dürften die Sätze zwischen 1,3 und 1,9 Prozent liegen, sagte Kreuz. Die Praxisgebühr falle in diesem Modell weg. Die praktische Ärztin kündigte an, noch in diesem Jahr eine erste Krankenkasse vorzustellen, mit der sich das Versorgungsmodell umsetzen lasse.
Unterstützung findet das Modell beim Hartmannbund, bei der KBV und mit Abstrichen bei der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände. Deren Präsident Dr. Siegfried Götte äußerte die Sorge, dass Patienten notwendige Arztbesuche verschieben könnten, um ihr Guthaben auf dem Gesundheitskonto nicht zu gefährden.
Zusammenfassung "Gesundheitskonto mit Solidargutschrift: Ein Versorgungsmodell für Bürger" (PDF-Datei, 663 KByte)
PDF zum Download unter: http://www.aerztezeitung.de/pdf/solidargutschrift_langzusammenfassung.pdf
Quelle:Ärzte Zeitung
28.09.2011 - In Deutschland gibt es große Unterschiede bei der Art und Häufigkeit ärztlicher Behandlungen. So ... [mehr]
28.09.2011 - Bei einem Arztwechsel nehmen Patienten ihre Krankenakte am besten selbst mit. Zwar könne auch ... [mehr]
27.09.2011 - BERLIN (eb). Gleiches Geld für gleiche Leistung. Der SPD-Vorstand fordert in einem Leitantrag für ... [mehr]
02.04.2012 - 25.11.2012
Geprüfte GOÄ-Referentin / geprüfter GOÄ-Referent Lehrgang der ... [mehr]
06.06.2012 - 07.06.2012
BWL-light
Kfm. Grundkenntnisse für effektives Praxismanagement
... [mehr]
08.06.2012 - 09.06.2012
Praktisches Know-How rund um die GOÄ Intensiver ... [mehr]